Mit uns unterwegs: Kreuzfahrt Schottland

Eine Kreuzfahrt mit Reisebegleitung von FT-Kreuzfahrten,
vom 06. bis 18. September 2022

Schottland pur und intensiv – eine Kreuzfahrt, wie es sie noch nie gegeben hat. Fast zwei Wochen Ziele entlang der schottischen Küste. Die Route ist unglaublich – ausschließlich Schottland. Dort hin, wo man mit einem der größeren Schiffe nie kommt, und in Regionen, die auch mit dem Auto schlecht erreichbar sind. Es geht zu den Orkney Inseln, den Hebriden mit der Isle of Lewis und der Isle of Harris, zur Isle of Sky und zur Isle of Mull, in Städte mit klingenden Namen wie Oban, Ullapool oder Aberdeen und Edinburgh … Wer will mehr. Fast zwei Wochen Schottland, zu tollen Zielen, und bequem mit dem Schiff.

Wir werden Schottland entdecken, mit einer kleinen Gruppe, unterwegs auch auf einem kleinen Schiff, einem Klassiker, der Ocean Majesty von Hansa Touristik, das gerade mal Platz hat für etwa 500 Passagiere, auf einer ganz besonderen Strecke. Es geht mitten hinein in ungewöhnliche, einsame und magische Landschaften, zu Schlössern und Herrenhäusern, dort hin, wo Whisky gebrannt und Bier gebraut und in Pub’s voller Lebensfreude bei Live-Musik genossen wird.

Whisky wird in Schottland in etwa einhundert Distillerien gebrannt, ziemlich unterschiedlich, auch nach Regionen – allesamt mit ihrem torfigen Grundgeschmack, resultierend aus dem räuchern des Malzes, eher milder die Speyside- und Lowland Whisky’s, mehr stramm die kräftigen Higland-Whisky’s, oder intensiv nach Torf und Erde schmeckend wie diejenigen von den Isles an der Westküste. Wer an die schottische Küche denkt, tut sich eher schwer.

Wer es kulinarisch herzhaft und zugleich einfach mag, wagt sich einmal an einen Haggis, eine Art Fleischpudding, der auch in seiner traditionellen Form noch zu haben ist – dann ist ganz sicher die Hülle ein Schafsmagen und die Füllung auch mit all dem gemacht, was in der Küche sonst kaum zu verwerten ist ist. Etwas alltäglicher ist das Shortbread, das süße Mürbteiggebäck, bekannt auch der ziemlich spartanische Porridge, bei dem Haferflocken nur in Wasser gekocht werden, vielleicht noch als Beilage Milch oder Sahne genommen wird. Leichter tut man sich sicherlich mit Fish and Chips – aber auch das kann gewöhnungsbedürftig sein, wenn Fisch und Chips knusprig frittiert in eine Papiertüte kommen und alles dann mit einem Schwall braunem Essig übergossen wird. Und auch ohne Dudelsack und Kilt ist Schottland undenkbar – und sollte sich eine Gelegenheit bieten, darf man eines der typischen Highland Games nicht versäumen, wie zum Beispiel einen Wettbewerb im Baumstammwerfen.

Termin:
06. bis 18.09.2022
ab/bis Bremerhaven

Preis:
ab 1.979 Euro
pro Person

Für uns geht es also auf große Schottland-Reise. Auf der Ocean Majesty haben wir sicherheitshalber schon ein paar Kabinen reserviert – man weiss ja nie, bei so einer Route.

Und noch eine ergänzende Info: Einige haben schon Interesse daran bekundet, noch etwas länger zu bleiben, in eigener Regie – ob für eine Zugfahrt durch die Highlands, eine Fahrt mit dem Zug, den viele aus Harry Potter kennen, auf einer der schönsten Bahnstrecken weltweit, zur kleinen Whisky-Fortbildung durch die Distillerien, zur Erkundung weiterer Castles, für etwas ausgiebigere Wanderungen oder vielleich auch eine Fahrt ins Naturschutzgebiet von Glencoe, einer karge Landschaft, die in neueren James Bond-Filmen beeindruckte, oder einfach mal eine Übernachtung in einem der typischen Schlösser … Im Anschluss an die Beschreibung der Route der Ocean Majesty folgen dafür einige Vorschläge und Ideen.

Bremerhaven

06. September 2022
Anreisetag, Einschiffung 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr, Abfahrt des Schiffes 17.30 Uhr

Gestartet wird in Bremerhaven – ideal, um ohne lange Wartezeiten in irgendeinem Flughafen, ohne Flug- und Transferzeiten, einigermaßen entspannt auf Reise gehen zu können. Wer mit dem Auto anreist, findet einen Parkplatz direkt im Hafenbereich; einfach ist auch die Bahnanreise, von Bonn bis Bremerhaven sind es zum Beispiel knapp fünf Stunden.

Wer mit etwas Zeit in die Reise startet, womöglich gar einen Tag zuvor anreist, findet insbesondere entlang des Weserdeiches, zwischen Innenstadt und Kreuzfahrtterminal, einiges vor, was es zu entdecken gilt. Schon von weitem Sichtbar ist das ATLANTIC Hotel SAIL City mit seiner ungewöhnlichen Bauweise, direkt anschließend das Klimahaus, das sich wie eine große Muschel fast schon an das Hotel anschmiegt. Nicht schlecht ist beim Start ins Kreuzfahrt-Abenteuer zunächst ein Rundblick aufs Meer hinaus, über die Stadt und die Hafenanlagen, ganz oben vom Hotel aus, von der großen Aussichtsplattform auf 86 Meter Höhe.

Im Klimahaus hat man die Gelegenheit, einmal die Klimazonen der Erde zu erleben, ob Küsten- oder Bergwetter, Hitze der Saharazone, Eiseskälte der Antarktis oder typisches Südseewetter. Gegenüber liegt das Deutsche Auswandererhaus – ein Erlebnismuseum mit einer spannenden Zeitreise durch 330 Jahre Geschichte der Auswanderung aus Deutschland, vom Abschied an der Kaje über die Atlantiküberquerung auf einem typischen Auswandererschiff bis zur Ankunft in New York. Wer sich noch mehr auf die Kreuzfahrt einstimmen möchte, informiert sich im Deutschen Schifffahrtmuseum, sieht sich eine alte Kogge von 1380 an, oder erkundet die Schiffe im Museumshafen, ob Schlepper, Walfänger oder Bergungsschiff.

Wer einfach vom Klimahaus am Ufer entlang schlendert, kommt vorbei an Hafenanlagen, am kleinen Leuchtturm, ebenso an neuen Wohngebäuden, von denen aus es einen weiten Blick übers Meer gibt – und kommt schließlich nach einem längeren Spaziergang, etwa vier Kilometer, am Columbus Cruise Center, dem Kreuzfahrtterminal an.

Seetag

07. September 2022

Leith/Edinburgh

08. September 2022
Aufenthalt 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Angelegt wird so nahe wie möglich an der Stadt, in Leith, dem Hafen von Edinburgh. In der Nähe des Anliegeplatzes ist die Königliche Yacht Britannia verankert, das inzwischen nicht mehr in Dienst befindliche Schiff der Queen, das man besichtigen kann. Zum Stadtzentrum sind es etwa zwei Meilen.

Edinburgh beeindruckt mit einem mittelalterlichen Stadtzentrum und vielen Parkanlagen. Überragt wird die Stadt durch das Edinburgh Castle, oben auf dem Castle Hill. Edinburgh liegt auf insgesamt sieben Hügeln; einer davon ist der Calton Hill, auf dessen Kuppe sich zahlreiche Denkmäler befinden, unter anderem das National Monument und eine Sternwarte, ein beliebter Platz bei Sonnenuntergang. Am Fuße des Hügels, am Waterloo Place, gibt es noch einen verstecken Friedhof zu entdecken, den Old Calton Burial Ground.

Vom Castle aus verläuft die Royal Mile hinunter in die Stadt zum Hollyrood Palace, dem königlichen Palast, links und rechts der Straße die alten mittelalterlichen Gebäude. Der Hollyrood Palace, ursprünglich Gästehaus einer Abtei, wurde über die Jahrhunderte durch die schottischen und britischen Könige zur offiziellen Residenz des britischen Königshauses in Schottland ausgebaut, die die Queen auch mindestens einmal im Jahr bezieht. Besichtigt werden können die historischen Gemächer von Mary, Queen of Scots. Gleich in der Nähe liegt die St. Giles’ Cathedral; hier stand schon vor über 900 Jahren eine kleine Kirche, die im 14. Jahrhundert im gotischen Stil ausgebaut und immer wieder ergänzt wurde, so dass man jetzt Gebäudeteile aus unterschiedlichsten Epochen sehen kann.

Sicherlich beeindrucken all diese Sehenswürdigkeiten bei einem Besuch von Edinburgh. Aber das Eigentliche, was diese Stadt ausmacht, ist ihr Flair – die alten Gebäude, vielen kleinen Geschäfte, und noch mehr die Pubs und Restaurants mit ihrem besonderen Charakter, überall verteilt in der Stadt, gehäuft in der Rose Street, fast immer mit Live-Musik, mit unterschiedlichsten Instrumenten, auch mal eine Session. Nicht das, was man bei uns kennt, steif in Reihe sitzen und möglichst ohne zu räuspern still einer Darbietung zu lauschen, sondern reges, lautes Kneipenleben, rein zur Türe, ein Weilchen der Musik zugehört, ein Bier getrunken, und weiter in den nächsten Pub.

Kirkwall / Orkney Inseln

09. September 2022
Aufenthalt 13.00 Uhr bis 20.00 Uhr (Schiff auf Reede)

Eine einzigartige, grüne und zugleich karge Landschaft findet man auf den Orkney Inseln vor, der Inselgruppe ganz im Norden vor dem schottischen Festland – hier haben Völker der Jungsteinzeit ebenso wie die Wikinger ihre Spuren hinterlassen, und irgendwie hat man bei einem Aufenthalt auf diesen Inseln immer das Gefühl, in die Vergangenheit zu reisen. Die größte der Inseln, Mainland, ist gerade einmal etwa 40 Kilometer lang und 26 Kilometer breit.

Angelegt wird in Kirkwall, mit etwa 7.000 Einwohnern die Hauptstadt der Inselgruppe, ein kleines Städtchen, und wird gerade oben in Highland Park der Whisky gebrannt, ist das schon auf dem Schiff zu erschnuppern. Die St. Magnus Cathedral im Zentrum des Ortes ist aus dem für die Orkneys typischen roten Sandstein erbaut; im nebenstehenden Herrenhaus residierten ab dem 12. Jahrhundert die Bischöfe Orkneys, und gleich daneben liegt auch der Earl’s Palace.

Die größte Attraktion ist jedoch die Highland Park Distillery. Seit etwa 200 Jahren wird hier in Gebäuden, die weitgehend ebenso alt sind, Whisky gebrannt – und diese Distillery ist eine der wenigen, in der das Korn noch selbst gemälzt wird. Hat man Glück und ist an einem der Mälz-Tage da, steht über dem ganzen Gelände ein süßlicher Duft; oben auf dem Scheunenboden sind dann Arbeiter zu sehen, die das angekeimte Getreide auf den Ofenrost schieben, hinein in den aufsteigenden Torfrauch. Wir hatten selbst einmal die Gelegenheit, sogar mitschippen zu dürfen. In Highland Park kann man den ganzen Produktionsprozess ansehen, ein Whisky-Tasting mitmachen, und wer langfristig und womöglich an nächste Generationen denkt, kann sich ein kleines Whiskyfass anlegen lassen – das dann in Highland Park aufbewahrt wird, solange man es wünscht.

Wer den Vergleich sucht – in Kirkwall gibt es noch eine zweite Distillery; am Stadtrand, ganz nahe am Strand, liegt die nicht ganz so traditionsreiche Scapa Distillery, die zwar auch schon auf über 100 Jahre zurückblicken kann, aber immer wieder über längere Zeit stillgelegt war. Seit 2004 ist sie wieder voll in Betrieb. Und wer zwischendurch einen Gin probieren möchte, der wird in der Orkney Distillery in Kirkwall produziert und trägt den schönen Namen Kirkjuvagr.

Mitten auf der Hauptinsel, Mainland genannt, liegen der Ring of Brodgar, ein Steinkreis aus 36 großen Steinblöcken und die Standing Stones of Stennes, drei riesige Monolithen aus der Jungsteinzeit, mindestens so beeindruckend wie die Steinformation in Stonehenge. Nicht weit davon befindet sich Maes Howe, ein sehr gut erhaltenes, begehbares Hügelgrab aus derselben Zeit. Am Ness of Brodgar ist Gelegenheit, Archäologen bei aktuellen Ausgrabungen zuzusehen. Und direkt an der Küste liegt das Steinzeitdorf Skara Brae, das älteste und best erhaltene jungsteinzeitliche Dorf, das bis 1850 komplett unter Dünen begraben war – alles etwa 5000 Jahre alt. Daneben befindet sich ein altes Herrenhaus namens Skaill House, in dem der Entdecker von Skara Brae wohnte.

Wer hier unterwegs ist, sollte weiter hoch bis zur Nordküste der Insel fahren. Unterwegs kommt man in einen Ort namens Quoyloo, wo in der Orkney Brewery ein kräftiges Inselbier gebraut wird – probieren kann man auf Paddels. Weiter in Richtung Norden liegt die über ein Jahrhundert alte Barony Mill, heute noch von einer Initiative erhalten und genutzt. Wer möchte, für den wird die historische Anlage nicht nur gezeigt, sondern kurz in Betrieb genommen; gemahlen wird hier auch noch die alte, für die Orkneys typische Getreidesorte namens Bere. In einem kleinen Tearoom bei Birkey, der direkt an der Küste liegt, sollte man auf jeden Fall einen der leckeren Cakes probieren. Sollte dann noch Zeit sein, finden sich herrliche Aussichtspunkte und Strandabschnitte für einen Spaziergang, und ganz mutige werden vielleicht in dem auch im Spätsommer eiskalten Wasser kurz schwimmen, an einem Sandstrand, der schöner nicht sein könnte, mit Blick auf die kleine vorgelagerte Insel Brough of Birsay.

Lohnenswert ist es auch, in die andere Richtung von Kirkwall aus anzusteuern, nach Süden, wo es über Brücken von Insel zu Insel geht, auf den Inseln dichtes Grün oder Heidelandschaft, malerische Küstenformationen. Hier zeigt sich immer wieder einmal eine Überraschung, ob in der Weddell Bay das Schiffswrack eines englischen Kriegsschiffes oder die Kapelle, die von italienischen Kriegsgefangenen errichtet wurde, die die Churchill Barriers vor der Bucht der Scapa Flow Bay errichten mussten, zum Schutz der hier liegenden britischen Flotte vor deutschen U-Booten – heute führen die Verbindungsstraßen der Inseln über diese Dämme.

Stornoway / Insel Lewis, Hebriden

10. September 2022
Aufenthalt 07.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Unsere Kreuzfahrt führt zur nächsten Inselgruppe im Norden Schottlands, zu den Hebriden – eine einzigartige Naturlandschaft, weitgehend unberührte Gegenden mit sanften, grünen Hügeln, Heidelandschaften und Torfmooren, Seen und Buchten, schroffen Klippen und Sandstränden, verstreuten kleinen Orten, und einer langen Geschichte menschlicher Besiedlung. Alles wirkt ein wenig geheimnisvoll, wie die vor 5000 Jahren aufgestellten Menhire, die es hier zu sehen gibt.

Stornoway, eine kleine Stadt mit 6000 Einwohnern, liegt im Norden, in einer Bucht auf der Isle of Lewis, auf der es ausgedehnte Moorlandschaften und unzählige große und kleine Seen gibt, Lochs und Lochans. Einst war es ein kleiner Fischereihafen, heute liegen hier auch Yachten und ab und an ein Kreuzfahrtschiff. Auf der einen Seite der Bucht erstreckt sich die Stadt, auf der anderen liegt inmitten einer Parkanlage Lews Castle, ein viktorianisches Herrenhaus, das besichtigt werden kann. Ein Ausflug nach Westen führt zu den Callanish Standig Stones, ein monumentales Gebilde, anders als andere Steinkreise aus vielen geometrischen Formen zusammengesetzt, aus der Vogelperspektive aussehend wie ein Keltenkreuz. Nördlich von Stornoway liegt Garry Beach, ein beeindruckender, karibisch anmutender Sandstrand mit zerklüfteten Steinsäulen und kleinen Meereshöhlen.

Tarbert / Insel Harris, Hebriden

10. September 2022
Aufenthalt 17.00 Uhr bis 21.00 Uhr (Schiff auf Reede)

Etwas südlicher liegt die Isle of Harris, eine Insel, die gerne als einsamste und bizarrste Inseln der äußeren Hebriden bezeichnet wird. Hier halten wir in Tarbert an, am Ufer des West Loch Tarbert in einer schmalen Bucht. Wie es anders nicht sein kann, befindet sich gleich im Hafen die nächstgelegene Distillery, aber in diesem Falle geht es nicht um Whisky, sondern um Gin. Wer exklusive schottische Stoffe und Webmuster mag – Harris Tweed soll so ziemlich das Beste sein.

Im Norden ist diese Insel voller zerklüfteter Hügel, im Südwesten beeindrucken Muschelsandstrände, die durchaus mit denen in sogenannten Sonnenzielen konkurrieren können. Wer hier mit dem Auto unterwegs ist, sollte unbedingt die Westküste entlang fahren – hier gibt es eine atemberaubende Fels- und Sandlandschaft. Und wer einen individuellen Tagesausflug plant, morgens in Stornoway aus dem Schiff aussteigen, am Abend nach einer Strecke von etwa 70 Kilometern wieder einsteigen, und kann sich auch Zeit nehmen für eine Bootstour zu den etwas draußen liegenden Shiant-Inseln, nicht nur Heimat von Kolonien von Papageientauchern, Rasiermesserschnäbeln und anderen Vögeln, sondern auch von Robben.

Ullapool

11. September 2022
Aufenthalt 07.00 Uhr bis 21.00 Uhr (Schiff auf Reede)

Ullapool, ein kleiner Küstenort entlang am Loch Broom, strahlt noch den Charme eines kleinen Fischereihafens aus. Früher wurden hier vor allem Heringe und Makrelen gefangen, heute sind es Krabben. Wer etwas Leckeres probieren möchte, geht ins Ullapool Smokehouse – hier gibt es Räucherlachs mit Whisky- und Honigaromen.

Von Ullapool aus geht es mitten hinein in die schottischen Highlands, daher wird der Ort gerne auch als Tor in die Wildnis bezeichnet. Wir sind vor einigen Jahren von Ullapool einfach mit einem Linienbus hinein in die Highlands gefahren, ausgestiegen wurde auf Zuruf, irgendwo im Knockan Crag National Nature Reserve, dabei abgesprochen, wann der Bus einige Stunden später wieder die Straße zurück kommt und uns einsammelt – ein wenig ungewöhnlich, aber es funktionierte. Und die kleine Wanderung auf schmalen Pfaden, irgendwohin ins nirgendwo, war atemberaubend.

Auf der anderen Strecke wäre es zum sagenumwobenen Ardvreck Castle gegangen, eine Ruine am blaugrauen Wasser von Loch Assynt, mitten in der Kulisse der schottischen Highlands.

Portree / Isle of Skye

12. September 2022
Aufenthalt 07.00 Uhr bis 14.00 Uhr (Schiff auf Reede)

Angekommen auf der Isle of Skye, der „Insel des Nebels“, der größten Insel der Inneren Hebriden, inmitten einer fantastischen Landschaft aus Bergen, Flüssen, Seen, Mooren und schroffen Küsten. Portree, ein typisches Hafenstädtchen, ist idealer Ausgangspunkt für kleine und große Wanderungen durch eine rauhe Landschaft. Wer sich aufmacht in Richtung Westen, landet irgendwann beim Old Man of Storr, einer bizarren Felsformation, die sich aus der Hügellandschaft erhebt, von oben mit herrlicher Aussicht auf die Küste und die Lochs zwischen den Hügeln. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte nicht den Kilt Rock an der Steilküste mit dem Wasserfall ins Meer hinunter versäumen, und auf jeden Fall den Quiraing Bergpass fahren, der durch eine atemberaubende Landschaft führt, die eine der schönsten Schottlands sein soll, unterwegs The Needle, eine rund 37 Meter hohe Felsnadel und The Prison, eine massive, einem mittelalterlichen Festungsbauwerk ähnelnde Felswand. Ist dann noch Zeit, sollte die Fahrt ganz vor zur Westküste führen, wo vorne auf den Klippen die Ruinen des Duntulm Castle stehen – oder in anderer Richtung, wo der Wohnsitz des Clan MacLeod, das Dunvegan Castle, besichtigt werden kann. Für Whisky-Freunde wichtig: auf der Isle of Skye befindet sich die Talisker Whisky Distillery. Gin gibt es in einer kleinen Distillery direkt in Portree, und nordisches Seesalz wird in der Sea Salt Company gleich in der Nähe von Dunvegan Castle gewonnen.

Greenock / Glasgow

13. September 2022
Aufenthalt 08.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Um Inseln und Halbinseln herum geht es hinein in den Meeresarm in Richtung Glasgow. Angelegt wird in Greenock, etwa vierzig Kilometer vor Glasgow. Greenock selbst ist eine alte Industriestadt, wie viele in der Region, mit noch vielen Gebäuden aus viktorianischer Zeit. Wer hier ankommt, hat die Wahl – entweder die beeindruckende Landschaft zu erkunden, Schlösser und Herrenhäuser zu entdecken, oder sich Zeit zu nehmen für Glasgow, die ehemalige Arbeiterstadt, die jetzt durch Einkaufszentren, oft in historischen Gebäuden, ebenso mit Museen und Kunstgalerien beeindruckt, oder auch mit dem Botanischen Garten, mit eleganten Treibhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Die gotische Glasgow Cathedral ist die einzige Kathedrale auf schottischem Festland, die die Reformation von 1560 überdauerte.

Wer ein Auto mietet und auf längere Strecke geht, sollte die wilde Landschaft um den Loch Lochmond Nationalpark anpeilen, entlang der Strecke einige Castles, oder die Loch Lochmond Whisky Distillery, die Glengoyne Distillery, die Auchentoshan Distillery – hier kann man tatsächlich nach wenigen Kilometern einen Geschmacksvergleich von Highland- und Lowland-Whiskys machen. Wer am Auchentullich Farm Shop vorbei kommt, sollte auf jeden Fall das Eis probieren, das auf der Farm hergestellt wird. Und auf der Ardardan Farm gibt es die angeblich weltbesten Kekse – und einen Tearoom, und da muss man hin. Kommt man bis zum Loch Katrine, kann man eine Fahrt mit einem historischen Dampfschiff machen, das seit 1900 in Dienst ist. Wer die Gegend um Greenock erkunden möchte, findet rund um die Stadt schöne Wanderwege.

Etwas ganz besonderes wäre eine Fahrt zum Kelburn Castle – ob bei einem Ausflug von Greenock aus oder bei einer Rundfahrt extra eingeplant. Mehr kann ein schottisches Schloss nicht auffallen – David Bole, der Earl of Glasgow, hat das Gebäude, das zur höchsten Kategorie der Denkmäler in Schottland zählt, mit Graffiti bemalen lassen. Und wer möchte, kann in einer Yurte im Schlosspark übernachten. Eingebettet ist die Anlage in ein großes Naturreservat.

Oban

14. September 2022
Aufenthalt 07.00 Uhr bis 13.00 Uhr (Schiff auf Reede)

Verwundert blickt man schon vom Schiff aus auf ein Bauwerk, das oben auf dem Hügel über Oban steht – es mutet an wie ein römisches Kolosseum. Das, dass er hier in Oban eine der traditionsreichsten Whisky Destillerien gibt, weiß man; hier wird seit 1794 einer der bekanntesten Whiskys hergestellt, immer noch in den historischen Gebäuden gleich beim Hafen – und gebrannt wurde hier schon, bevor es das Städtchen Oban gab, das um die Destillery herum entstand. Aber überragt alles von diesem Bauwerk, das von John Stuart McCaig gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, der einfach die Architektur der Römer liebte – und ähnlich wie die römischen Bauwerke zeigt sich dasjenige in Oban auch als Ruine, da die Erben des Bauherrn nach dessen Tod den Weiterbau stoppten.

Auch in Oban hat man so ein wenig die Qual der Wahl, was tun – Oban und der Whisky, oder doch ein Ausflug zum märchenhaften Inverary Castle, einem der schönsten Schlösser Schottlands, oder eine Fahrt nach Glencoe, der kargen, fast gespenstischen Landschaft, in der Szenen für James Bond oder die Highlander gedreht wurden.

Tobermory / Isle of Mull

14. September 2022
Aufenthalt 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr (Schiff auf Reede)

Angekommen auf der Isle of Mull, in Tobermory, in einer malerischen Bucht. Der Ort ist entstanden als Fischerhafen, und heute noch prägen die Fischerboote und die bunt bemalten alten Gebäude entlang der Pier das Ortsbild. Vor dem Tobermory Lighthouse soll irgendwo im Schlamm, am Grund der Bucht, das Wrack einer spanischen Galeone liegen. Wer auf die Isle of Mull kommt, interessiert sich vor allem für die Wildtiere, ob Gold- oder Seeadler, Otter oder bei einem Ausflug auf See Wale, Delphine und Riesenhaie. Und kein Ort ohne Distillery – in Tobermory ist es wieder einmal eine ganz traditionelle, kleine, und hier entstehen Whiskys mit den Namen Tobermory und Ledaig, und auch ein Gin. Und wer hervorragenden Rohmilchkäse genießen möchte, findet solchen am Rande des Ortes Tobermory, in der Sgriob-ruadh Farm, und kann diesen und viele andere Leckereien gleich im Hofcafè genießen.

Invergordon

15. September 2022
Aufenthalt 14.30 Uhr bis 20.30 Uhr

Eigentlich kennt man Invergordon nur deshalb, weil es der Hafen ist, an dem angelegt wird, um zum Loch Ness zu kommen, dem bekanntesten Loch in den schottischen Highlands. So wirklich verwunderlich ist dies nicht, denn wirklich viel hat das kleine Städtchen nicht zu bieten, außer eine kleine Whisky Distillery.

Loch Ness, der See inmitten der Hügellandschaft, bekannt vor allem durch das Seeungeheuer, das schon viele gesehen haben wollen, liegt etwa 70 Kilometer entfernt; am See liegt auch das bekannte Urquhart Castle. Die Fahrt dorthin führt durch Inverness, einem typisches Kleinstädtchen, das zum Verweilen einlädt – und ein Spaziergang durch den Ort führt unweigerlich in einen der Tearooms, wo auf keinen Fall auf eine Teatime verzichtet werden sollte, mit der Etagere, denn die Tee-Etikette schreibt vor, dass drei Gänge zum Nachmittagstee gereicht werden müssen: Sandwiches, Scones mit Clotted Cream, sowie Shortbread oder kandierte Früchte. Ganz in der Nähe liegt auch die Connage Highland Dairy – und hier soll es einen der besten Käse in Schottland geben.

Wer als Whisky-Freund die andere Richtung einschlägt, in Richtung Norden, kommt nach einigen Meilen vorbei an der Dalmore Distillery, etwas später durch das Städtchen Tain, und kurz danach liegt die Glenmorangie Distillery. Noch ein paar Meilen weiter liegt dann der idyllische Ort Dornoch, mittendrin das alte Castle aus dem 12. Jahrhundert. Im Dornoch Castle befindet sich eine der besten Whiskybars, angeblich weltweit, und in einem kleinen Nebengebäude eine absolute Besonderheit – eine Mini-Distillery, in der Whisky und Gin entsteht, der Thompson Brothers Organic Highland Gin, und runherum um den Marktplatz befinden sich einige der kleinen Tearooms. Eigentlich möchte man von hier aus weiter fahren, zum Dunrobin Castle, aber das geht bei der Liegezeit unseres Schiffes nur dann, wenn man unterwegs nicht all zu viel Zeit verbringt; von Invergordon aus sind es etwa 30 Meilen.

Dunrobin Castle ist eines der märchenhaften Schlösser Schottlands, mit vielen Türmen, Erkern und Fenstern, inmitten einer großen Gartenanlage, dahinter gleich das Meer. Im Schloss sieht man prachtvolle Räume, und im Gartenpavillion eine skurrile Sammlung von Jagdtrophäen aus Zeiten, als die Schlossherren auf Großwildjagd waren, und auch eine Sammlung mit archäologischer Fundstücken aus aller Welt.

Aberdeen

16. September 2022
Aufenthalt 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Aberdeen wird oft als „Granitstadt“ bezeichnet, wegen vieler Gebäude, die in viktorianischer Zeit aus Granit errichtet wurden, darunter auch die älteste Universität Schottlands und die Kathedrale. Eines des prächtigen alten Stadthäuser, das Provost Skene’s House, stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, und kann besichtigt werden.

Fährt man etwas aus der Stadt heraus, entlang der Dee, einem kleinen Fluss, gelangt man schnell zum Drum Castle, eine geheimnisvolle, über 700 Jahre alte Burg. An sich ist sie schon eine Sehenswürdigkeit, aber richtig bekannt wurde sie, als bei einer Restaurierung geheime mittelalterliche Kammern entdeckt wurden, so verschachtelt im alten Gemäuer, dass sie über Jahrhunderte unentdeckt blieben. Etwa 20 Meilen südlich von Aberdeen, bei Stonehaven, steht direkt an der Küste, oben auf 50 Meter hohen Klippen auf einem Plateau, das Dunnottar Castle. Eine schmale Landzunge verbindet den Felsen, auf dem das Castle steht, mit dem Festland. Die Entscheidung, was man bei begrenzt zur Verfügung stehender Zeit ansehen soll, fällt schwer – denn auch etwa 20 Meilen, aber in Richtung Norden, liegt eine Attraktion, die Pitmedden Gardens, die zu den außergewöhnlichsten und prachtvollsten Gartenanlagen in Schottland zählen. Im Mittelpunkt der Anlage liegt der sogenannte formelle, ummauerte Garten, der 1675 von Sir Alexander Seton entworfen wurde, im Stil französischer Barockgärten.

Seetag

17. September 2022

Bremerhaven

18. September 2022
Ankunft gegen 08.00 Uhr

Termin, Route

Kreuzfahrt vom 06. bis 18. September 2022, ab/bis Bremerhaven

(individuell: Vorschlag für Nachprogramm)

Ocean Majesty – das Schiff

Unser Schiff, mit dem wir unterwegs sein werden, ist die MS Ocean Majesty, die für den deutschen Reiseveranstalter Hansatouristik fährt. Passend zur Route ist es ein ausgesprochen kleines Schiff für gerade mal maximal 500 Passagiere – und passend zum Ziel der Reise ein Klassiker, der noch ausschaut wie ein richtiges, traditionelles Kreuzfahrtschiff, sogar noch mit dem geschwungenen Schiffsrumpf. Stapellauf des Schiffes war schon 1965, damals noch eine Fähre – 1988 wurde es komplett umgebaut zum Kreuzfahrtschiff, und es ist ein gut gepflegtes Schiff, wird regelmäßig renoviert und überarbeitet, ebenso den neuesten Umweltbestimmungen angepasst, so dass es zum Beispiel auch die Zulassung für die besonders reglementierten Bereiche in Nordeuropa hat. Aktuell wurde das komplette Belüftungs- und Klimasystem aufgerüstet, so dass an Bord die Luftzirkulation ausschließlich mit Frischluftzufuhr und desinfizierenden HEPA-Filtern erfolgt.

Auf dem Schiff gibt es Innenkabinen, Außenkabinen und einige wenige Balkonkabinen, im Zuschnitt höchst unterschiedlich aufgrund der Bauweise des Schiffes. Hervorragend nicht nur für unsere Route ist es, dass es rundum Außenbereiche gibt, und somit hat man zum Beispiel auch direkt wie der Kapitän von der Brücke aus auch Aussicht vom Bug. Insgesamt sind die Außenbereiche sehr großzügig, auch der Innenbereich, und dieser ist gemütlich ausgestattet, mit vielen Möglichkeiten, sich aufzuhalten oder an irgendeinem Programm teilzunehmen. Bordsprache ist deutsch, gefahren wird unter portugiesischer Flagge.

Der Deckplan:

Preise, Leistungen

Innenkabinen zwischen 1.979 Euro und 2.229 Euro pro Person, bei zwei Vollzahlern in der Kabine, als Einzelkabine 2.899 Euro;

Außenkabinen zwischen 2.499 Euro und 3.749 Euro pro Person, bei zwei Vollzahlern in der Kabine, als Einzelkabine 3.699 Euro;

Balkonkabinen 4.249 Euro pro Person bei zwei Vollzahlern;

Kinder bis 17 Jahre in der Kabine mit 1 Vollzahler (Preis zur Alleinbenutzung) oder 2 Vollzahlern frei (nach Verfügbarkeit von Aufbettungen).

Kabinenpreise unterschiedlich je nach Lage der Kabine auf dem Schiff, Preis ohne An-/Abreise. Buchung so lange, wie Kabinen in jeweiliger Kategorie zur Verfügbarkeit stehen. Preise sind sogenannter Vorzugs-Garantiepreis; hierfür steht nur eine begrenzte Anzahl an Kabinen zur Verfügung – Preis sonst pro Person 250 Euro höher. Die Kabinennummer wird von Hansatouristik zugeteilt; wird eigene Auswahl unter den zur Verfügung stehenden Kabinen gewünscht, Preis pro Person 100 Euro höher. (Stand 02.01.2022)

Die Leistungen während der Kreuzfahrt:
• Schiffsreise in der gebuchten Kabinenkategorie
• Gepäckbeförderung an und von Bord
• Ein- und Ausschiffungsgebühren, alle Hafengebühren
• Vollpension mit Menüwahl an Bord (bis zu 5 Mahlzeiten täglich)
• Willkommenscocktail
• Festliches Willkommens- und Abschiedsdinner
• 1/4 Liter Tischwein und Tafelwasser zu den Hauptmahlzeiten
• Bordveranstaltungen, Musik- und Unterhaltungsprogramm
• Animations- und Sportprogramme
• Nutzung der Freizeiteinrichtungen an Bord
• Bordreiseleitung von Hansa Touristik
• Bademäntel in allen Außenkabinen

Nicht im Reisepreis enthalten sind
• Anreise/Abreise
• persönliche Ausgaben wie für Massagen, Friseur usw.
• Ausflüge

Veranstalter der Kreuzfahrt ist Hansa Touristik GmbH, Königstrasse 20, D-70173 Stuttgart.
(Wer ein Nachprogramm einplant, macht dies auf privater Basis in eigener Verantwortung; die hier gemachten Vorschläge sind als Anregung für mögliche Touren gedacht.)

Es gelten die AGBs des Reiseveranstalters, die hier nachlesbar sind.

Reisebegleitung

Wir haben auf der MS Ocean Majesty Kabinen für eine kleine Gruppe reserviert, die wir begleiten werden – und mit der wir auf ganz besondere Weise auf Entdeckung gehen. Wir sind als Reisebegleitung ausschließlich für unsere Gruppe mit an Bord – für Informationen, Treffen und gemeinsame Unternehmungen auf dem Schiff und an den Zielen, und natürlich auch für das eine oder andere Special …

Informieren und buchen

Wir freuen uns über alle Rückfragen, die wir gerne beantworten – und natürlich auch über alle, die mit uns zusammen gerne auf dieser Reise sein wollen.

Am Besten sind wir erreichbar unter

0151 – 291 577 87

Beste Grüße
Lydia Häufele-Jans und Bernd Jans

Wer noch etwas mehr von Schottland sehen möchte – einige Tipps für eine Verlängerung …

Zwar ist eine zwölftägige Schottland-Reise schon recht lang, und man hat sicherlich sehr viel von Schottland gesehen. Aber es gibt ja auch durchaus mehr, was man bei einigen Tagen Verlängerung noch alles entdecken kann, ob entlang der Küste oder quer über die Highlands, ob mit dem Auto oder mit einer der zum Teil historischen Bahnen, die durchs Land führen. Einige der Attraktionen kennt man ja aus Filmen, ob Hogwarts Express bei Harry Potter, das Skyfall House bei James Bond, das Eilean Donan Castle in Highlander, das Doune Castle in Outlander und Game of Thrones, oder Rosslyn Chapel in Da Vinci Code.

Sollte jemand länger in Schottland bleiben wollen, können wir mit der Reederei abstimmen, dass am letzten Tag in Schottland in Aberdeen ausgestiegen werden kann – also Verzicht auf einen Seetag bis nach Bremerhaven, dafür in eigener Regie ein paar Tage länger in Schottland. Wir empfehlen eine Rundreise, haben auch Tipps dafür. Hier sind ein paar Ideen, was alles verknüpft werden könnte, das bei unserer Schottland-intensiv-Reise mit dem Schiff entlang der Küste noch nicht mit im Programm war.

Speyside und die Whiskys – Glenlivet, Tomintoul, Ballindalloch, Glenfiddich, Balvenie …

Wer tatsächlich länger in Schottland bleibt, sollte sich in Aberdeen für die Stadt und das Dunnottar Castle entscheiden – an den Pitmedden Gardens kommt man vorbei, wenn es auf die unverzichtbare Whisky-Route geht, zu den Speyside Whiskys. Entlang des Flüsschens Spey versammeln sich viele der Distilleries mit den klangvollen bekannten Namen, dazu viele kleine Brennereien.

Schon bevor man aus Richtung Aberdeen den Fluss erreicht, geht es los – fast nebeneinander liegen in und bei Dufftown die Distillerien Glenfiddich, Balvenie, Glendullan und einige weitere nahe beieinander, oder entlang der Parallellstrecke Tomintoul, Glenlivet oder Ballindalloch, dann die einzige Küferei in Schottland, die Speyside Cooperage in Craigellachie, die Whiskyfässer herstellt. Nur wenige Meilen flussaufwärts fallen dann Namen wie Cardhu, Glenfarclas und Cragganmore auf.

Fast unverzichtbar sind einige kleine Schlenker entlang der Straße, bedingt durch all den Whisky, den es hier gibt, zum Beispiel nach Dallas Dhu – in diese Distillery zu gehen ist wie eine Zeitreise zu unternehmen, in die viktorianische Zeit, in der sie entstanden ist. Wer noch nicht in Richtung Spey steuert, sondern noch ein wenig in den Bergen bleibt, findet einige Meilen südlich noch einen der spannendsten Bereiche des Cairngorms Nationalparks, die Region Badenoch südlich von Aviemore, eine atemberaubende Landschaft mit Bergen und Flüssen, kleinen Dörfern, uralten Festungen und Destillerien.

Sollte man in Elgin vorbei kommen, gehört auf jeden Fall dazu, die Ruine der Kathedrale zu besichtigen, eine Anlage enormen Ausmaßes – in Auseinandersetzungen schon im 14. Jahrhundert zerstört. Auch in Elgin gibt es eine Distillery, Glen Moray, und unbedingt vorbei schauen sollte man auch im Kaufhaus von Gordon & MacPhail, das sich immer noch in den Original-Räumlichkeiten aus dem Jahre 1895 befindet – bekannt ist es unter anderem für eine gute Auswahl verschiedenster Käse und vor allem für seinen Whisky Room mit einer Auswahl von über 1.000 Single Malts.

Wer hier in der Region etwas verweilen möchte, findet viele kleine Hotels und Gästehäuser; manche davon gehören auch zu einer der Distillerien.

Loch Ness, Kaledonischer Kanal, Fort William und der Jacobite Steam Train

Von der Spey aus bietet sich an, Fort William anzusteuern; es geht also wieder hinüber zur Westküste. Man kann dabei noch einen kleinen Umweg zum Loch Ness zu machen, dort ein Boot nehmen, für eine Fahrt auf Loch Ness und ein Stück auf dem Kaledonischen Kanal, der weiter führt durch Loch Oich und Loch Lochy hindurch – eine Chance, die Highlands vom Wasser aus zu betrachten. Wer die Strecke nicht scheut, gerne durch die Landschaft fährt und Filmkulissen liebt, macht auch noch einen Abstecher zur Küste hin, fährt entlang des verwundenen Tals des River Moriston, vorbei an vielen kleinen Lochs, zum Eilean Donan Castle, einer Burg aus dem 13. Jahrhundert. Das eher düstere Gemäuer thront auf einer kleinen Insel, die bei Flut komplett vom Meer umspült wird, zu dem man über eine alte, langezogene steinerne Brücke gelangt – hier wurden unter anderem Highlander und James Bond gedreht.

Kommt man nach Fort William, fällt die Stadt fast nicht auf, so beeindruckend ist die Natur rundherum. Und alles überragt der höchste Berg Schottlands, der Ben Nevis, immerhin 1.345 m hoch. Der Gipfel ist nicht leicht zu erklimmen, und ein Aufstieg dauert etwa acht Stunden. Aber von Fort William aus kann man mit der Gondelbahn hochfahren auf den 650 Meter hohen Aonach Mor. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge, und in einer knappen Stunde ist auf einem Pfad der Aussichtspunkt auf den Ben Nevis erreicht.

Ein besonderes Highlight ist von Fort William aus die Fahrt mit dem Jacobite Steam Train, auf einer Strecke, die eine der schönsten auf der Welt sein soll. Mit dem historischen Dampfzug geht es zunächst entlang von Loch Linnhe und Loch Eil, durch Schluchten und Täler, hinüber über das Glenfinnan-Viadukt hinauf in die Berglandschaft, vorbei an bizarren Felsen, an Loch Eilt oder an Loch Non Uamh, bis nach Mallaig, das direkt an der Küste liegt. Auch Loch Eilt dürfte Harry Potter Freunden bekannt sein – hier wurden Szenen mit Dumbledore und Voldemord gedreht. Auf dieser Strecke werden für die britischen Inseln ungeahnte Höhen überwunden – in Corrour geht es hinauf zur höchst gelegenen Eisenbahnstation; es geht durch Gegenden, in denen es noch nie Straßen gab. Diesen Zug und das Glenfinnan-Viadukt werden viele kennen – es ist der Hogwarts Express aus den Harry Potter Filmen, andere werden sich, wenn es vorbei geht an den Silver Sands of Morar, an den Film Local Hero erinnern.

Glencoe, Highlands, Edradour

Eines der schönsten Täler Schottlands, Glen Coe. Wenn man sich dem Tal nähert, kommt man über ein Hochplateau, aus dem plötzlich schroffe Berge aufragen. Eine unglaubliche Naturlandschaft, geformt von Vulkanen und Gletschern, mit rauen Bergflanken, Weideflächen mit Wildblumen, Mooren, wilden Wasserläufen und Wasserfällen, alles zu entdecken von einer sich durch das Gebiet windenden Passstraße aus, die in einem Abschnitt mitten durch den ehemaligen Vulkan führt. Eine landschaftliche Attraktion sind die Three Sisters, drei nebeneinander stehende Berge, die sich sehr ähneln, oder das Lost Valley, in dem man auf schmalen Pfaden das Gelände durchstreifen kann, oder der malerische See Glencoe Lochan. An der Mündung des Flusses Coe in das Loch Leven liegt der kleine Ort Glencoe, zugleich auch so etwas wie die Pforte mitten hinein in die eigentlichen Highlands. Und wem die Landschaft bekannt vorkommt, der hat sie sicherlich in Filmen gesehen – James Bond, unter anderem im Seitental Glen Etive gedreht, Braveheart, Harry Potter oder der Gefangene von Askaban.

Das Tal wird aber in Schottland immer auch mit einem tragischen Ereignis verbunden, als Ende des 18. Jahrhunderts alle Mitglieder eines Clans, der das Gebiet bewohnte, von englischen königlichen Truppen, die zuvor beherbergt wurden, ermordet wurden – woran einige Gedenkstätten erinnern. Was Schotten bis heute an dieser Tat schockiert, ist der damalige Missbrauch des Gastrechts, das in Schottland ganz besondere Bedeutung hat, und elementarer Bestandteil der Clan-Kultur ist.

Etwas ganz besonderes ist das Highland Titles Naturreservat im Glencoe-Gebiet. Die dahinter stehende Idee: Jeder kann eine kleine Parzelle in dem Gebiet, das geschützt werden soll, erwerben; das Geld wird für die Erhaltung des Gebiets, für Aufforstung und Auswilderung von Tieren eingesetzt. Wer dabei ist, darf den Titel Laird, Lord oder Lady of Glencoe tragen – der Titel für diejenigen, die in Schottland Landbesitz haben. Gestartet ist das Projekt 2007, und seither kamen fünf weitere große Gebiete auf dieser Basis dazu.

Natur pur folgt auf der ganzen Strecke über die Highlands – unterwegs, am Rande des Tales Glen Coe, geht es durch das Rannoch Moor, ein riesiges Gebiet. Es zeigt sich eine typische Moorlandschaft, eine einsame, unberührte Gegend, fast schon magisch und düster, über der im Herbst oft dicke Nebelschwaden liegen. Und wieder ist es ein Film-Drehort – hier entstanden Szenen für den Outlander. Entdecken kann man das Gebiet auch mit der West Highland Railway; sie durchquert das Moor auf einer Strecke von 37 Kilometern.

Wer inmitten der Highlands übernachten möchte, findet eine Vielzahl idyllisch gelegener Gästehäuser, mit typisch schottischem Breakfast. Vorbei an Loch Tay geht es weiter entlang des Flusses Tay, und irgendwann kommt man durch einen der typischen Highland-Orte Aberfeldy. In den Hügeln steht wieder eines der Schlösser, im Ort die Dewar`s Alberfeldy Distillery, in der seit 125 Jahren Whisky gebrannt wird, heute noch in den historischen Gebäuden. Wer gerne auf den Spuren von Harry Potter wandert – hier wohnt die Autorin JK Rawling auf einem kleinen Landgut, hat sich in den Garten gleich Hogwarts Hütte bauen lassen. Und wer gerne gut isst ganz idyllisch inmitten der Hügellandschaft etwas entspannen möchte, und sei es nur für einen Tag, kann dies auf dem Bergbauernhof Errichel tun, mit herrlichem Blick auf das Tay Vallery, dahinter die Grampian Mountains.

Am Rande des Nationalparks liegt dann der malerische kleine Ort Edradour, und im Ort befindet sich auch die angeblich kleinste Distillery Schottlands, in der noch in historischen Gebäuden ganz traditionell produziert wird. Gerne wird diese Distillery auch als letzte Hochburg für handgefertigten Single Malt Whisky aus einer Farmbrennerei bezeichnet, ein Highland Single Malt.

Übernachten könnte man zum Beispiel ganz in der Nähe und sehr stilvoll, in einem Hotel wie dem The Atholl Arms Hotel, einem typischen schottischen Landhaus-Hotel in Blair Atholl, einem kleinen Ort, der zu Pitlochry gehört – gleich neben dem Blair Castle, über 750 Jahre alt, mit weitläufigen Gartenanlagen in einer spektakulären Landschaft. Möchte man sich hier in der Gegend länger aufhalten, kann man sich hier auch ein paar Tage in einem kleinen Landhaus oder einem Schäferwagen einmieten.

Cairngorms Nationalpark, Braemar Castle, Balmoral

Eine überwältigende Naturlandschaft bietet der Cairngorms-Nationalpark, ein riesiges Gebiet mit Bergen, den höchsten Großbritanniens, mit urwüchsigen Wäldern mit Jahrhunderte alten Bäumen oder auch heidebewachsen Hügeln, mit kleinen Flüssen und Bächen, vielen Wasserfällen, romantisch gelegenen Seen, geradezu mystisch wirkenden Mooren, einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Verstreut liegen kleine, freundliche Dörfern und nicht wenige Destillerien. Weite Gebiete sind nicht durch Straßen erschlossen, können nur zu Fuß durchquert werden und haben sich damit Ursprünglichkeit bewahrt.

Zentral im Cairngorms-Nationalpark, im Tal der Dee, liegen zwei recht bekannte Castles. Das eine ist das Balmoral Castle, die Sommerresidenz der Queen; das ursprüngliche Gebäude wurde im 14. Jahrhundert erbaut, von Königin Victoria und Prinz Albert im 19. Jahrhundert übernommen, weitgehend abgerissen und zur königlichen Residenz neu aufgebaut – inmitten umfangreicher Moor-, Wald- und Ackerflächen, auf denen auch eine große Herde von Highlandrindern und mehrere tausend Rothirsche leben, und wo es sogar eine eigene Whiskydestille gibt. Ist die Queen nicht anwesend, können Schloss und Gärten besichtigt werden. Ebenso im Tal der Dee liegt das Braemar Castle, Schauplatz vieler Aufstände und Auseinandersetzungen zwischen Jakobiten und Anhängern der Stuarts, eine kleine Burg, schmal und hoch aufragend mit ihrer sternförmigen Mauer, wehrhaft mit Schießscharten rundum, und doch schmuck mit zinnenbewehrten Türmchen. Auf dieser Burg schrieb um 1880 übrigens Robert Louis Stevenson den bekannten Roman „Die Schatzinsel“.

Dunkeld, Scone Palace, Whisky in Lindores Abbeye und Draftmill

Auf der Fahrt in Richtung Küste sollte man den malerischen Ort Dunkeld mit seinen farbenfrohen Häusern aus dem 18. Jahrhundert einbeziehen, majestätisch dominiert von einer ungewöhnlich großen Kathedrale, teils nur noch als Ruine erhalten. Im Ell Shop ist das Original-Ell-Maß zu sehen, etwas mehr als einen Meter lang.

Weiter zur Küste hin liegt das Städtchen Perth. Hier befindet sich eines der wichtigsten Herrenhäuser Schottlands, der Scone Palace, eine eindrucksvolle Schlossanlage, drinnen mit prachtvoller Ausstattung – der Salon, in dem Queen Victoria und Prince Albert mitten des 19. Jahrhunderts ihre Dinner ausrichteten, die Long Gallery, durch die die Schottischen Könige zur Krönungszeremonie schritten, oder auch die königlichen Empfangs-, Wohn- und Schlafzimmer. Hier im Scone Palace befand sich über Jahrhunderte der Sitz des schottischen Parlaments, hier wurden die Könige gekrönt, auch Macbeth. Wer hier im Palast unterwegs ist, wandelt auf den Gründerspuren Schottlands.

Für alle, die noch mehr Castles und Gärten brauchen – in Perth und Umgebung gibt es noch einige, das Black Watch Castle mitten in der Stadt, in der Nähe Elcho Castle, Murrayshall oder das Huntingtower Castle.

Am Tay liegt kurz nach Perth die Lindores Abbey Distillery, eine junge Distillery auf traditionsreichem Gelände. An diesem Ort befindet sich die Heimat des Schottischen Whiskys; belegt ist, dass hier schon 1494 Whisky gebrannt wurde, wahrscheinlich aber auch schon lange zuvor. Damals hieß der Whisky noch Aqua Vitae. Erwähnt wird, dass ein Mönch aus Lindores von König James IV beauftragt wurde, aus acht Klumpen Malz Aqua Vitae zu brennen; acht Klumpen Malz entsprechen heute etwa 500 Kilogramm, und daraus könnte man 400 Flaschen heutigen Whiskys herstellen. Nach langen Jahren Stillstand wurde 2017 hier wieder begonnen, Whisky herzustellen – und den ersten Single Malt Whisky gab es ganz aktuell 2021. Ein Whisky, der sowohl ein Highland als auch ein Lowland ist – die Distillery liegt auf der Grenze der beiden Gebiete.

Wer zwischen zwei Whisky-Proben ganz stilvoll in einem schottischen Schloss übernachten möchte, kann dies im Fernie Castle tun – im Schloss möglicherweise im Himmelbett, oder oben im Baumhaus. Denn nur einige Meilen weiter liegt noch eine kleine Whisky Distillery, Draftmill, eigentlich ein Bauernhof mit Getreide- und Gemüseanbau sowie Rindern, und deutlich kleiner als Edradour. Vor etwa zwanzig Jahren entstand im alten Mühlengebäude eine Distillery, mit Hilfe von lokalen Handwerkern. Die Mengen an Whisky, die entstehen, sind sehr begrenzt, da nur selbst angebaute Gerste verwendet wird; das Wasser für den Whisky kommt aus einem eigenen artesischen Brunnen, also aus einem Bereich unterhalb des normalen Grundwassersspiegels. Draftmill Whisky zählt zu den Lowland Single Malts.

Falkland, Fischerdörfer und Farmen, St. Monans

Ganz in der Nähe von Draftmill liegt Falkland, ein kleiner Ort in der Region Fife, malerisch am Fuße eines Hügels. Nur historische Gebäude prägen das Stadtbild, viele davon sind bereits um die 300 Jahre alt, dazu der imposante Falkland-Palace, vor allem für die Jagd genutzt von den Stuart-Königen. Die mittelalterlichen Straßen und die kleinen verwinkelten Gassen sind noch wie in alten Zeiten, auf dem viktorianisch geprägten Marktplatz steht ein alter Dorfbrunnen. Man ist angekommen in der Vergangenheit; Grund dafür ist, dass es hier die erste schottische „Conservation Area“ gab. In diesem Ort wurden viele Szenen der TV-Serie Outlander gedreht.

Auf jeden Fall sollte man eine Strecke entlang der Küste fahren, durch die Fischerdörfer mit ihren oft bunten Häusern, die sich entlang der Ufer erstrecken, und den kleinen Fischereihäfen. Kurz vor der Küste befindet sich die einzige Käserei der Region, St Andrews Farmhouse Cheese; Käse wird hier noch auf traditionelle Weise hergestellt, und es sind ausgezeichnete Käse, mehrfach prämiert.

Anstruther ist zum Beispiel eines der charmanten alten Fischerdörfer; die Anstruther Fish Bar direkt am Hafen hat einige Auszeichnungen für Fish&Chips erhalten. Im Ort gibt es das Scottish Fisheries Museum; wer sich die Zeit nimmt, kann von Anstruther aus mit dem Ausflugsboot zur vorgelagerten Insel Isle of May fahren, dort verschiedene Seevögel oder Robben beobachten. Nur eine halbe Meile entfernt liegt Cellardyke, ein oft übersehener kleiner, malerischer Hafenort, mit einer alten Hafenanlage, inmitten eines Naturschutzgebietes.

In Pittenweem, dem am Hang liegenden alten Fischerdorf mit verwinkelten Gassen und Treppen, stehen entlang des Hafens die für den Ort typischen Steinhäuser mit roten Dächern, viele davon noch mit den alten Treppengiebeln. Eine Attraktion von Pittenweem ist die St Fillan’s Cave, eine Höhle in einem Sandsteinfelsen, in der in der Zeit der Christianisierung im 7. Jahrhundert der Missionar St. Fillan lebte.

Etwas weiter entlang der Küste liegt St. Monans, auch eines der schönsten Fischerdörfer Schottlands – ein Dorf, das nicht nur bekannt ist für den Fischfang, sondern auch Ort, an dem feinstes Meersalz gewonnen wird. Bei der East Neuk Salt Company wird jetzt wieder Salz produziert; hier bieten auch eine Windmühle und Ruinen von alten Salinen aus dem 17. und 18. Jahrhundert Einblicke in die Salzgewinnung in der Vergangenheit. Ganz in der Nähe liegt etwas an, was man an der schottischen Küste einige Male findet – ein in die Küste hineingeschlagener und mit Steinen geschichteter Gezeitenpool, optimal für diejenigen, die sich auch vor kühlerem Wasser nicht scheuen. Am Hafen von St. Monans liegen Fischerboote; zuschauen ist immer möglich, bei einigen Fischereibetrieben kann man, wenn nicht gerade Hochbetrieb herrscht, auch ein wenig hinter die Kulissen, also auch in die Hallen mit den Fängen schauen, und einige wenige verkaufen in kleinen Geschäften, frisch oder vor Ort geräuchert.

Viele verschiedene Fische und Krustentiere zu sehen gibt es zum Beispiel beim Fischhändler David Lowrie Fish, einem Familienbetrieb, der Fische nicht nur von St. Monans, sondern aus ganz Schottland anbietet. East Neuk Kilnhouse ist ein Familienbetrieb, bei dem es neben frischem Fisch auch Räucherfisch gibt, vor allem schottischen Lachs. Gearbeitet wird hier noch ganz traditionell, die Fische werden von Hand filetiert, nach eigenen besonderen Rezepturen gewürzt und sorgfältig in einem speziellen Ofen geräuchert, von dem es weltweit nur drei Exemplare gibt. Wer sich die Zeit nimmt, einfach einmal quer durch den Ort zu schlendern, findet auch manch skurriles, wie den Welly Boot Garden – hier hat eine Lehrerin aus alten Gummistiefeln ihrer Enkelkinder und ihrer Schüler einen besonderen Garten geschaffen. In den Gummistiefeln wachsen jetzt Blumen. Gleich bei St. Monans liegt draußen auf einer Klippe die Ruine des Newark Castle, auf schmaler Fläche, die Felsen steil abfallend zum Meer.

Etwas südlich von St. Monans, in Elie, liegt die Andross Farm, 2021 der „Winner of The Best Farm Shop & Deli in Scotland in the Great British Food Awards“. Die Farm macht mit bei Slow Food; den Preis gab es für die Tierhaltung, bestes Essen, hervorragenden Service und mehr.

Doune Castle, Stirling, Rosslyn Chapell

Unverzichtbar ist es auch, der Gegend um Edinburgh herum etwas Zeit zu widmen, zunächst den Meeresarm entlang, an dem Edinburgh liegt, dann dem Tal der Forth, die hier ins Meer mündet, dann der Teith. Der Ort Doune ist vor allem bekannt durch das Doune Castle, eine typische Burg aus dem 14. Jahrhundert, Schauplatz vieler Filme, ob als Burg Leoch in Outlander, als Castle Anthrax bei Monty Python oder als Burg Winterfell in Game of Thrones.

Wer inzwischen vom schottischen Essen begeistert ist, findet in Doune auch eine Manufaktur, in der verschiedenste Pies hergestellt werden, mehrfach für ihre Qualität prämiert – zum Mitnehmen im Werksverkauf. Geschmacklich eher an unseren Gewohnheiten dran ist die Steak Pie; aber Haggis Pie, Black Pudding Pie und Mince Pie, nicht weniger die Breakfast Pie, in der all das versteckt ist, was sonst auf dem Frühstücksteller liegt, Bohnen mit Sauce, Speck, Eier, Würstchen und mehr – und all das schmeckt nicht nur ziemlich gewöhnungsbedürftig, sondern sieht auch noch so aus. Im Nachbarort Deanston ist natürlich die unvermeidliche Whisky-Distillery zu finden.

Auf dem Weg nach Stirling sollte man für einen etwas längeren Spaziergang den Weg zu Gilmours Linn and Charlie’s Cave wählen. Auf dem Weg hat man einen Ausblick auf Stirling und die Ochil Hills; der Weg am Bach entlang führt zu einem beeindruckenden Wasserfall, der in einem weiten Bogen in einen kleinen See fällt – ein schmaler Pfad führt hinter den Wasserfall und in die Höhle, und der See lädt zu einem Bad in herrlicher Naturkulisse ein.

In Stirling steht eines der berühmtesten Schlösser Schottlands, das Stirling Castle, auf dem „Castle Hill, einem steil aufragenden Vulkankegel. Über viele Jahrhunderte galt die strategisch wichtige Anlage aufgrund ihrer Bauweise und Lage als nahezu uneinnehmbar. Geradezu symbolischen Charakter erhielt das Castle, als Mary Queen of Scots 1543 hier gekrönt wurde; die Burg war anschließend Hauptresidenz der schottischen Könige. Stirling selbst ist eine pittoreske mittelalterliche Stadt, die sich um das Castle herum entwickelte.

Linlithgow Palace liegt weiter an der Strecke in Richtung Edinburgh; weitgehend eine Ruine, einst der stolze Prunkpalast der Stuarts, in dem die Könige wohnten, wenn sie zwischen Edinburgh und Stirling Castle reisten. Zweihundert Jahre lang war der Palast königliche Residenz, und hier wurden zwei schottische Könige geboren, James V. und Mary, Queen of Scots. Viele Bereiche lassen sich heute noch erkunden, sogar die oberen Etagen über noch vorhandene Wendeltreppen. Neben Gewölben und Küchen sind noch Kammern der königlichen Hoheiten, auch das Schlafgemach des Königs, eine Kapelle und weitere Räume zu sehen. Wer den Turm besteigt, hat einen herrlichen Blick in alle Richtungen, auch über das Linlithgow Loch.

Vorbei an der Küste, dann etwas südlich von Edinburgh, im kleinen Ort Roslin, liegt eine geheimnisvolle und auch sagenumwobene Kirche, eine der schönsten und ältesten Kirchen Schottlands, die Rosslyn Chapel. Gotische Fenster und Seitenstreben mit spitzen Türmchen, eine unglaubliche Vielfalt an Ornamenten drinnen und draußen, Statuetten, die aus Erkern auf die Besucher hinunter blicken. Feinste Steinmetzarbeit, ganze Geschichten in Stein gemeißelt, Fratzen und Blüten, fast jeder Zentimeter mit Mustern und Symbolen aus Bibel und Natur verziert – entstanden Mitte des 15. Jahrhunderts. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen bei einer Renovierung durch den vierten Earl of Rosslyn, einem Großmeister der schottischen Freimaurerlogen, diesbezügliche Symbole mit hinzu. Rosslyn Chapel ist ein Ort voller Mythen. Richtig bekannt wurde die Kapelle, als Dan Brown 2003 im Roman „Sakrileg“ die Theorie aufstellte, dass unter des Kapelle der Schatz der Tempelritter verborgen sei, und richtig bekannt wurde sie nach der Verfilmung des Buches, bei dem die Schlussszene in der Kapelle spielt.

Das wären unsere Tipps für ein privates Nachprogramm.
Wer mehr wissen möchte, ob zur Kreuzfahrt oder zum Nachprogramm, uns bitte anrufen.

0151 – 291 577 87

Beste Grüße
Lydia Häufele-Jans und Bernd Jans

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