Genua – eine Stadt für Genießer

Teil 3:
Märkte, Shops, Cafés, Restaurants – Vielfalt ohne Ende

Ziemlich viel gab es auf unserem Spaziergang durch Genua schon zu entdecken, Paläste, Kirchen, mittelalterliche Gebäude, die alte Universität oder auch die Arkadengänge am Hafen, mit all den kleinen Läden und Restaurants, vor allem den Leckereien, die man in den Auslagen anschauen und oft auch probieren konnte.

Unser weiterer Weg durch die alten Gassen Genuas bringt noch so allerhand weitere Überraschungen, rustikale Alltagsspeisen, frischeste oder vorbereitete Zutaten für die heimische Küche, edle Pralinen- und Tortenkreationen, oder einfach eine bunte Mischung in Schaufenstern und Läden, die zum Shopping einladen.

Wie immer in südlichen Ländern landet man auch in Genua irgendwann mitten im Häusermeer auf einem Markt, und auch wie immer zeigt sich eine faszinierende Auswahl und Qualität und Frische, ob bei Fisch, Fleisch, Obst oder Gemüse. Auf dem Fischmarkt schillern die Makrelen, die Taschenkrebse versuchen sich davon zu machen, etwas langsamer sind die Schnecken, die sich auch auf den Weg machen wollen, und bei allen Fischen sind die Augen so klar, dass man den Eindruck hat, sie würden um sich blicken.

So ein wenig rätseln wir, was das wohl für Minifische sind, die ausschauen wie Fischlarven, und zu einem ziemlich horrenden Preis angeboten werden. Kurz nachgeschlagen ergibt sich, dass es sich um Glasgrundeln handelt, die als Delikatesse gelten, und die „pur“ nur kurz gebraten aus der Pfanne gegessen oder in Tortillas oder Kroketten Akzente setzen.

Aber auch sonst lässt sich allerhand Ungewöhnliches entdecken. Salami gibt es nicht nur in allen erdenklichen Variationen, die man so allgemein kennt, grober und feiner, kürzer oder länger abgehangen, dick oder dünn, sondern auch gewürzt oder ergänzt mit Nüssen, Fenchel, Pfeffer, Kümmel, allerhand Kräutern, oder auch hergestellt mit oder gar aus Wildschwein, Rotwild, Esel, Büffel, sogar mit Ente. Auch die unverzichtbare Mortadella ist in vielen Varianten zu sehen, am meisten natürlich die „klassische“ Variante mit den Speckwürfeln und den Pistazien; unübersehbar liegt eine Riesenwurst an einem der Stände. Käse gibt es in vielfältigsten Formen und vor allem Reifezuständen.

Einfach lecker, knackig und knusprig sieht das Brot aus. Beim Käse neugierig die Auslage angeschaut, und sofort hat man ein Stück Hartkäse oder einen kleinen Büffel-Mozzarella auf der Hand, schließlich soll man die Qualität nicht nur sehen, sondern auch schmecken, wenn wir richtig verstehen, was uns da gezeigt wird. Ob Parmesan, Provolone, Pecorino, Grana Padano oder Burrata und Mozarella – alles vertreten, in unterschiedlichsten Reifezuständen und in großer Vielfalt, von kleinen und großen Produzenten. Auch ein neugieriger Blick beim Bäcker ergibt ein Gespräch, bei dem man sich versteht, ohne die Worte zu verstehen – und einen Streifen Focaccia auf die Hand zum probieren.

Weiter geht es durch Gassen und kleine Straßen. Je näher wir dem Zentrum kommen, desto mehr vermischen sich Cafés, Eisdielen, Schuhgeschäfte, Bekleidung, auch Designermoden, Süßwarenläden, Spielwaren, Antiquitäten, Spezialitäten mit allerhand für den täglichen Bedarf – alles nicht in riesigen Warenhäusern untergebracht, sondern immer noch in den kleinen Geschäften, gerade mal groß wie eine Garage, und manchmal im Erdgeschoss oder auf den ersten beiden Etagen eines alten Palazzo.

Etwas merkwürdig mutet es schon an, wenn dann in einem Bekleidungshaus, sehr stilvoll untergebracht in einem der alten Paläste, stylische unbekleidete weibliche Deko-Schaufensterpuppen bei einem ebenso unbekleideten mächtigen mit Drachentier umschlungenen Marmor-Mann zwischen all den modernen Klamotten stehen – und ein paar Geschäfte weiter sind dann die Barbie-Puppen zu sehen, in nordeuropäischer und in südeuropäischer oder gar amerikanischer Version – die nackte Plastik-Barbie von unbekleidet über ein wenig bekleidet bis zu „allen entscheidenden Stellen“ übertüncht …

Beste Abwechslung ist angesagt. Links schauen, rechts schauen, mal wieder eine kunterbuntes Schaufenster mit Bekleidung, mal allerhand Kram, mal Spezialitäten in der Auslage. Zwischendurch immer wieder mal ein Lebensmittelgeschäft oder eine Metzgerei. Obwohl man sich nur umschauen möchte, nicht unbedingt auf Einkaufstour ist, oder auch beim Metzger gar nicht einkaufen kann, was sollte man denn auf einer Reise mit all den schönen Dingen tun, steht man unversehens längere Zeit auch vor diesen Geschäften, und staunt über die Auswahl und Qualität dessen, was angeboten wird – und in der Metzgerei ist stets zu beobachten, wie sorgfältig das Stück Fleisch, das ein Kunde wünscht, präpariert wird.

Einige Geschäfte bieten Essen auf die Hand an, mal eine Pizza, mal verschiedene Focaccias, dazwischen auch mal eine Torta di Riso, eine Reistorte; sehr lecker schauen die Focaccia Pugliese aus, die wir sogleich probieren. Und unübersehbar immer wieder zwischen Lebensmittelgeschäften und Cafés – die Klamotten-Läden und kunterbunte Geschäfte mit allerhand Schnick-Schnack.

Als besondere Spezialität liegt in den Bäckereien häufig die Torta Pasqualina, eine Gemüsetorte. Diejenigen, die lieber etwas Süßes bevorzugen, freuen sich über das Pandolce, ein süßes Früchtebrot. Unglaublich auch, was in den Pasticcerias alles an kleinen Kuchen, gefüllten Röllchen, Keksen und Pralinen zu sehen ist – Cannoli gefüllt mit einer Milchcreme, Aragostine gefüllt mit Zabaione, und den Tortino de Ciccolinata, also das Törtchen mit der flüssigen Schokolade drin. Das probieren wir etwas später in einem Café, denn diese „Schokolodenbombe“ ist nicht nur äußerst lecker, sondern auch nur bekömmlich mit mindestens einem Espresso dazu. Das „Ding“ gibt es in vielen Varianten, auch weiß oder schön bunt mit Früchten drauf – aber das ist dann etwas für den nächsten Genua-Aufenthalt.

Manchmal weiß man in Genua nicht so recht, was die wirklichen Entdeckungen oder gar Kunstwerke sind – die Bauten, Kirchen und Museen, die Märkte, Lebensmittel und kleinen Geschäfte, oder die versehentlichen kleinen Arrangements, die weit mehr Entdeckerfreuden liefern als all das, was in den großen Reiseratgebern so steht.

Im Hafenbereich hatten wir ja schon einiges entdeckt, den gekochten Pulpo, die frische Pasta, den leckeren Latte Dolce, Schinken und Käse und noch so allerhand, worüber einiges im ersten Genua-Bericht schon steht.

Die Ansammlung der Köstlichkeiten ist ziemlich umfangreich – und wir werden noch mehr entdecken. Auf jeden Fall stehen wir jetzt plötzlich vor der Kathedrale, natürlich ein imposanter Bau, mit seinen ungewöhnlichen Querstreifen. Über die Kathedrale, den Palazzo Ducale und Miró wird es im nächsten Teil gehen.

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