Phoenixreisen: MS Andrea

Eine Flusskreuzfahrt im Winter – Bericht 1

Adventsshopping – warum nicht einmal die Gelegenheit für einen Szenewechsel zu nutzen, ein paar Dezembertage in Holland und Belgien zu verbringen? Dort durch weihnachtlich geschmückte Städte zu schlendern, und nicht wieder auf einem der altbekannten Weihnachtsmärkte spazieren zu gehen? Wir nutzen die Möglichkeit, mit der MS Andrea von Phoenixreisen auf Flusskreuzfahrt zu gehen, Start in Köln, nach Rotterdam, Antwerpen, Amsterdam und Arnheim, und wollen uns zugleich auch einmal eines der ganz neuen Schiffe von Phoenix ansehen.

Also zuallererst einige Zeilen zur MS Andrea. Schon auf den ersten Blick von außen: Es ist ein Aussichtsschiff, von vorne bis hinten dominieren die großen Glasflächen. Vorne am Bug ist es die bodentief verglaste Panoramalounge, davor ein windgeschützter kleiner Aussichtsbereich, für gute Sicht in Fahrtrichtung. Darunter liegt das Restaurant, mit Fensterflächen bis knapp über die Wasserlinie. Auf den beiden oberen Passagierdecks sind nur Fensterflächen zu sehen, die Außenfront komplett verglast und verspiegelt, französische Balkone; das unterste Deck, auf dem sich auch noch einige Passagierkabinen befinden, hat natürlich nur die schmalen, quergelegten Fenster.

Freundlicher Empfang am Einstieg; zwei Matrosen warten noch auf unsere Koffer. Wir sind die letzten, die einsteigen – die Deutsche Bahn hat wieder einmal dafür gesorgt, dass trotz kurzem Anfahrtsweg die Zeit eng wurde, wir schließlich trotz Kurzstrecke mit einem fast vierstündig verspätetem ICE von Bonn nach Köln fahren, und auch nicht den geplanten Spaziergang entlang des Rheins zum Schiff machen konnten, sondern ein Taxi nehmen mussten …

Angekommen im Schiff. Bereits im Foyer erwartet uns eine modern anmutende Ausstattung. Hell, freundlich, großzügig, angenehm. Gut, die braun-beige, Holz imitierende Kunststoffverkleidung der Wände, die ist doch etwas gewöhnungsbedürftig und erinnert ein wenig an vergangene Zeiten.

Die Panoramalounge, in die man von hier aus einen Blick werfen kann, ist so ziemlich rundum verglast; das Mobiliar ist großzügig gestellt, modern, und macht doch einen bequemen Eindruck; die Brauntöne überwiegen, vermitteln eine gediegene Atmosphäre, aber so ein wenig freundlichere Farbgebung hätte sicherlich nicht geschadet.

Kurzer CheckIn, dann geht es zur Kabine; unsere liegt ziemlich weit hinten am Heck. Der lange Flur zu den Kabinen ist erstaunlich breit.

Eine höchst angenehme Überraschung – die Kabine. Tür auf, direkter Blick zur eigentlich voll verglasten Fensterseite, die Aussicht wie immer auf Flusskreuzfahrtschiffen komischerweise hinter Vorhängen versteckt, alles somit ein wenig düster scheinend. Also Vorhänge auf – und es ist eine helle Kabine mit herrlicher Aussicht, mit komplett verglaster Außenseite. Die Grundfläche nicht gerade riesig, aber besser ausstatten kann man eine Kabine eigentlich fast nicht.

Zentral natürlich ein Doppelbett, schön bequem. Am Fenster zwei kleine Sessel mit Tischchen – Sesselchen, auf denen man tatsächlich bequem sitzen kann und an denen sich nicht irgendein Designer an etwas ausgetobt hat, was nachher als Sitzmöbel herhalten soll. Die Schränke und Ablageflächen sind höchst durchdacht, gut in den Raum eingepasst und sich doch zurücknehmend, mit einem Stauraum, der auch für eine Weltreise ausreichen würde – so etwas würde man sich auf manchem Hochseeschiff dringlich wünschen.

(© Foto der Kabine Phoenixreisen)

Auf einem der Nachtschränkchen steht ein Multimedia-Gerät, das wir nicht näher getestet haben; natürlich gibt es den multifunktionalen Fernseher, und auch eine Kaffeemaschine steht im Regal. Selbst Kleinigkeiten sind durchdacht, wie Haken für die Mäntel, oder ausreichend Steckdosen an den Stellen, an denen diese auch benötigt werden, oder Nachttischlampen, die nicht das Zimmer oder die Welt erleuchten, sondern die Stelle, an der eben gelesen werden soll.

(© Foto des Bades Phoenixreisen)

Dieselbe angenehme Überraschung – das Bad. Auf ganz wenigen Quadratmetern eingepasst und optimal zugeschnitten und ausgestattet. Erster Eindruck – keine Plastikzelle, die sonst gerne fast zur Abschreckung zu finden ist, sondern ein kleiner, heller, gefliester Raum. Großzügige Dusche, Toilette, Waschbecken, stimmige Beleuchtung, hervorragend gemachte Stau- und Ablagemöglichkeiten, richtig angebrachter Kosmetikspiegel, Fön, Kleiderhaken. Auch hier ist wieder an Kleinigkeiten gedacht, beeindruckend ist zum Beispiel spätestens am ersten Abend, wenn man das Bad betritt, die schwach strahlende Fußbodenleuchte, die sich für kurze Zeit einschaltet – und ist man bei Nacht unterwegs, ist man nicht gleich geblendet von der hellen Deckenlampe.

Das Team an Bordfreundlich und zuvorkommend, ob im Kabinenservice oder im Restaurant. So ein wenig Sprachtraining könnte allerdings nicht schaden. Was der Hoteldirektor ein wenig schalkhaft und radebrechend bei der Vorstellung meinte, man solle doch auch mal nachsichtig sein, wenn man ein Bier bestellen würde und Cappuccino erhalten würde oder umgekehrt, ist nicht ganz weit hergeholt. Zum Thema Essen im Restaurant: An Bord der MS Andrea wird nicht wie sonst so oft umfangreich auf Convenience-Produkte zurückgegriffen – es wird tatsächlich gekocht, und zwar richtig gut. Den südafrikanischen Koch, der an Bord ist, und seine Küchencrew kann man nur loben.

Im Restaurant gibt es eine feste Sitzordnung für die Reise, für alle Mahlzeiten, bis auf das Frühstück auch feste Essenszeiten; oft hört man auf anderen Reisen Präferenzen für freie Sitzplatzwahl und flexible Essenszeiten, aber auch bei dieser Reise beweist sich wieder einmal, dass die geregeltere Form mehr Ruhe im Restaurant bringt und auch mehr Möglichkeiten bietet, dass Gäste sich untereinander kennenlernen können.

(© Foto des Restaurants Phoenixreisen)

An Bord gibt es ein zweites Restaurant im Heck des Schiffes; hier haben die Reisenden die Möglichkeit, ein mal während der Reise ein besonderes Abendessen zu genießen. Wir haben dies auch genutzt, waren bei einem bayerischen Abend, und was da auf den Tisch kam, hätte man durchaus auch in einem guten bayerischen Gasthaus erhalten können. Schade nur, dass dieser schöne Raum nur für eine kurze Zeit am Abend genutzt wird.

Klar, einige Dinge, die ein wenig nachdenklicher machen, gibt es auch auf der MS Andrea. Sei es die Kaffeestunde, die hart auf eine halbe Stunde begrenzt ist und unnötige Hektik zu einer Zeit auslöst, in der man eigentlich gemütlich zusammensitzen möchte. Oder dass die Kabinen im Heckbereich durchaus nicht zu den ganz leisen Unterkünften zählen. Oder dass die Lautsprecherdurchsagen der Reiseleitung samt der Gute-Morgen-Musik oder der Ausfahrtsmelodie auch dann in der Kabine bestens zu hören sind, wenn dort die Lautsprecher ausgeschaltet sind. Oder der Alleinunterhalter am elektronisch unterstützten Flügel, der sicherlich ganz passabel spielt, dass man dem am Abend in der Panoramalounge unweigerlich ausgeliefert ist. Schade – so ein wenig bedauert man auch, dass die Zeit der souverän agierenden, erfahrenen und wissenden, qualifiziert kommunizierenden und auch kontrollierenden Kreuzfahrtdirektoren, die es verstehen, eine Reise wirklich zu begleiten und die Reisenden vom Angebot zu faszinieren, so ziemlich vorbei ist. Aber das kennt man ja inzwischen durchgängig.

Aber solche Punkte – das sind eher Marginalien. Entscheidend ist eines – die MS Andrea ist ein erstaunlich gut konzipiertes und hervorragend ausgestattetes Schiff zum Wohlfühlen, licht und hell, mit Kabinen mit hoher Aufenthalts- und Reisequalität, mit einer Panoramalounge, die fast rundum Aussicht eröffnet und bei der die Sitzgelegenheiten entsprechend passend angeordnet sind, mit einem Restaurant mit ausgezeichneter Verpflegung. Und mit diesem Schiff waren wir in den Niederlanden und Belgien in der Adventszeit unterwegs. Dazu mehr in den nächsten Berichten.

Tipps für alle, die sich weiter informieren wollen:
Phoenixreisen und die MS Andrea

(#Kreuzfahrtschiff, #Flusskreuzfahrt)

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