Hanoi – Bananen-Blüten, Glibber-Nudeln, Schweine-Schwänzchen, Seidenraupen …

Ein Buffet der Extraklasse

Vietnam- und Kambodscha-Reise,
Bericht 7

Kleine Pause im Hotel, vor dem Abendprogramm. Es ist noch ein Abendessen in einem Restaurant geplant, in dem Vietnamesen gerne Buffet essen gehen, in einem Vergnügungspark. Wir stehen vor dem Hotel, warten auf unseren Bus, und am liebsten würden wir ja gleich neben dem Hoteleingang an einer kleinen Garküche essen; hier duftet es gar zu verführerisch aus den Töpfen – das, was es da zu sehen gibt, sieht wirklich lecker aus und wird natürlich frisch gekocht.

Hanoi - Garküche Abend-3

Denjenigen, die schon auf den kleinen Plastikstühlen an den nicht sehr viel größeren Tischen sitzen, vor sich Suppenschüsseln und ein paar Beilagen, scheint es wirklich zu schmecken.

Gegen 19 Uhr, es ist inzwischen schon richtig dunkel, geht es los, mit dem Bus. In der Stadt scheint es, als ob es erst jetzt richtig betriebsam werden würde – Garküchen, kleine Restaurants, Bars, Läden, Verkaufswägen, überall ist etwas geboten, und auf den Straßen fahren unzählige Mopeds und Tuc Tuc’s.

Am Zielort erwartet uns ein quirlig-tummeliger Eingangsbereich zum Restaurant, erleuchtet mit vielen bunten Lampions. Auf dem Platz vor dem Restaurant stehen meist in kleinen Gruppen viele Vietnamesen; Touristen sieht man eher wenige, soweit wir das erkennen können, aber so richtig unterscheiden können wir Vietnamesen von Chinesen nicht, und für Chinesen ist Hanoi bekanntlich ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Kleidung all derer, die ostasiatisch aussehen zeigt, dass es etwas besonderes ist, hier einen schönen Abend zu verbringen; das, was die anderen Touristen so anhaben, auch wir, weicht doch deutlich davon ab. Hätten wir gewusst, dass es nicht einfach ein Buffet ist, sondern ein gehobenes Buffetrestaurant, hätten wir uns auch „in Schale“ geworfen …

Wir sitzen in einem ziemlich riesigen Restaurant, in dem ein paar hundert Gäste Platz finden, zwischen lauter Vietnamesen und Chinesen. Am Buffet eine riesige Auswahl, unglaublich, was es da so alles gibt, so ziemlich alles, was wir uns an typischen vietnamesischen Speisen vorstellen können, dazu ein klein wenig international geprägte Dinge. Fast unübersehbar ist das Angebot – glibberige oder klare Suppen, Fleischstücke gegrillt oder in allerhand Marinaden, Frühlingsrollen und saure Bällchen, verschiedenste Muscheln, Schnecken und Meerestiere, überbackene Austern und Scampis, Klebereis und Bohnen im Bananenblatt gedämpft und mehr.

Einige der Buffetbereiche sind mit Service – immer dann, wenn etwas Heißes angeboten wird oder das, was da liegt, etwas erklärungsbedürftig ist, trotz der kleinen Schilder, die überall stehen und irgendwelche Namen nennen.

An einem der Stände werden Austern geöffnet oder andere Meerestiere für den Verzehr „präpariert“, kalt und roh und frisch. An einer der Grillstationen gibt es gegrillte Ente und gebratene Hühnerteile, an anderen alle möglichen Spieße und Fleischstücke. Mehrere Kochstationen bieten Suppen oder Gemüse an, die man sich aus einer Vielzahl von Zutaten zusammenstellen kann, oder es wird frittiert und gebraten, ob mit Fisch, Fleisch oder Tofu. Vieles schmeckt nicht gerade alltäglich, Fleisch oft etwas süßlich gewürzt, vor allem das Spanferkel, ob am Stück oder die süß-sauer eingelegte und gebratene Version.

Gewöhnungsbedürftig, aber doch gut schmeckend ist die Schneckensuppe. Ein wenig Mut muss man schon aufbringen, um all das, was es bei einer kleinen Warteschlange gibt und anscheinend gerne gegessen wird, zu probieren – macht irgendwie den Eindruck einer Suppe mit all dem, was in verschiedensten Tieren innen drinnen ist. Überall gibt es alle möglichen Gemüse- und Salatsorten – allein schon die Auswahl an all dem, was grüne Farbe hat, ist unübersehbar und enthält viele Dinge, die man nie gesehen hat und nicht zwingend als genießbar einschätzen würde. Dasselbe gilt auch für schwabbelige Schweinefüße und Schweineschwänzchen in irgendeinem Salatgemisch.

Es geht auch noch ein wenig exotischer – zum Beispiel gegrillte Seidenspinnerraupen. Wir haben uns getraut, wenigstens eine zu essen. Schmeckt gar nicht schlecht, wie geröstete Erdnuss. Frühlingsrollen sind roh oder frittiert; es gibt auch die glibberigen, mit Kastanienpaste oder Fleisch gefüllte gedämpfte Version. Bananen sind gebacken, frisch oder auch als Bananenblütensalat zu finden.

Und zum Nachtisch gibt es allerhand an Obst, für uns besonders, weil auch alles herumliegt, was höchst fremdartig ausschaut und liest wie eine Auflistung seltsamer Dinge – wie Guave, Pitahaya, Mangostane, Rambutan, Longan, Cherimoya, Karambole, Tamarillo oder Curuba. Äpfel, Birnen, Nashi, Banane oder Melone wirken fast banal. Die Ananas wird frisch gebacken, und natürlich ist die Vielfalt an wabbelnden Puddings, Törtchen und Klebereisbollen, viele in schrillen Farben, fast unübersehbar.

Ein erstaunliches Buffet – mit vielen Entdeckungen und vor allem einer unglaublichen Geschmacksvielfalt. Aber es geht wieder los, durch das bunte Lichtermeer vor dem Restaurant.

Hanoi - Buffet-2

Völlig satt bestaunen wir auf der Heimfahrt noch aus dem Busfenster heraus das ruhig gewordene nächtliche Hanoi. Es ist inzwischen etwa 22 Uhr am Abend, die meisten Geschäfte haben geschlossen, die Garküchen haben bereits abgebaut.

Nur noch wenige Restaurants, in denen vor allem junge Leute sitzen, haben geöffnet. Gegen 21 Uhr wird es immer sehr ruhig in der Stadt, erzählt unser vietnamesischer Reiseleiter, da die meisten Menschen gegen 5 Uhr wieder aufstehen, und Schulbeginn für die Kinder ist bereits um 7 Uhr.

Am nächsten Tag heißt es, mehr in die Geschichte des Landes einzutauchen – Ho Chi Minh und die jüngere Geschichte Vietnams werden im nächsten Bericht im Mittelpunkt stehen.

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