Arnheim – ein frostiger Tag

am

Eine Flusskreuzfahrt im Winter – Bericht 5

Wieder einmal sind wir in Arnheim, einem netten kleinen Städtchen, eher gemütlich, mit einigen guten Restaurants, Cafès und Patisserien, Lebensmittelhändlern und Bekleidungsgeschäften, auch einem kleinen Markt. Die MS Andrea von Phoenixreisen, mit der wir unterwegs sind, legt direkt bei der Innenstadt an. Wie die Tage zuvor ist es elend kalt, auf den Straßen liegt morgens noch Schneematsch, die Pflastersteine sind gefroren und rutschig.

Gerne wird Arnheim als das holländische Shopping-Paradies dargestellt. Ganz sicher gibt es dort so allerhand Geschäfte – aber das Paradies wird durch ständiges Wiederholen diesbezüglicher Anmerkungen auch nicht größer und umfangreicher; man kann das Stadtmarketing dafür loben, dass es es geschafft hat, ein solches Image aufzubauen.

Alles ganz nett, aber so wirklich attraktiv ist das Städtchen nicht; dafür hat der letzte Weltkrieg einfach nicht genug übrig gelassen, nicht einmal die zentrale Eusebius-Kirche; diese wurde in Akkord-Tempo nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Symbol des Aufbruchs wieder aufgebaut. Etwas mehr dazu findet sich in einem Beitrag von einer früheren Flusskreuzfahrt. Oben vom Turm aus gäbe es übrigend von gläsernen Aussichtsplattformen eine herrliche Aussicht über die Stadt – aber das tun wir uns bei dem Wetter nicht an.

So ein wenig Flair, den bringen die Niederländer hier mit Cafès, kreativ gestalteten Schaufenstern oder Straßenkunst ins Spiel, wenn schon das Ortsbild nicht ganz so viel hergibt – und was da entlang der Straßen an Kunst zu sehen ist, bietet manch Ungewöhnliches.

Auf dem recht frostigen und zugigen Marktplatz sind einige Stände aufgebaut; wir sind erst spät aufgestanden, haben auf dem Schiff nicht mehr gefrühstückt und schauen uns auf dem Markt nach etwas Essbarem um. Verführerisch duften Hähnchenschenkel, die an einem Metzgereistand gerade frisch aus dem Grill genommen werden. Ungewöhnlich als Frühstück, aber gerade recht für uns, und der freundliche ältere Herr am Verkaufsstand freut sich mit uns, dass uns die heißen Beinchen direkt am Stand auf dem vereisten Platz verzehrt so gut schmecken – einige Passanten staunen da doch etwas.

Am Käsestand nebenan gibt es eine Riesenauswahl, erstaunlich günstig, und nicht nur die großen gelben holländischen Räder, sondern eine breite Palette französischer, durchaus namhafter Käse, darunter viele verschiedenste Ziegenkäse, die man bei uns nicht ohne weiteres so findet. Wir können uns nicht zurückhalten, machen einen Großeinkauf – einen Tag wird der Käse in der Schiffskabine wohl durchhalten, vielleicht sogar ein wenig weiter reifen, bis zum Ende der Reise. Interessant auch der Hofladen gleich in der Nähe – hier muss man für den Einkauf nicht raus aufs Land fahren, hier kommt das, was auf dem Hof erzeugt wird, in den Automaten-Hofladen in der Stadt.

Etwas weiter in einer der kleinen Straßen liegt die Chocolaterie Mousset, eines der Pralinengeschäfte, in dem wir schon beim letzten Aufenthalt eingekauft haben. Alles ist hausgemacht, jetzt in der Weihnachtszeit gibt es auch entsprechend geformte Schokolädchen und Pralinen, und dann wird uns noch derjenige kurz gezeigt, der normalerweise im Hintergrund das alles produziert.

Ansonsten ist doch Shopping angesagt, in meist kleineren Geschäften; auffallend ist, dass viele davon anscheinend Probleme haben, und die Schließung ankündigen, Abverkauf machen. Also öfters mal rein in einen solchen Laden; „frau“ freut sich darüber, dass es etwas zu sehen gibt und „man“ tatsächlich mit in die Geschäfte geht; „man“ ist nicht traurig, dass es bei den Minusgraden draußen öfter mal die Gelegenheit gibt, sich aufzuwärmen … Und „man“ wundert sich, dass es gar so viele Geschäfte auch für Männer gibt, denen „man“ früher mal das Prädikat „typisch Mädchen“ zugeschrieben hat.

Rückweg. Das bisschen Sonne, das immer mal durch die Wolken schien, ist verschwunden; es wird noch kälter, und der Wind pfeift durch die engen Straßen. Wir beeilen uns, zurück zum Schiff zu kommen. Es ist der letzte Tag unserer Reise.

So verbleibt nur noch eine kurze Zusammenfassung zur Reise: Es lohnt sich auf jeden Fall, sich die kleine Auszeit zum Jahresende zu gönnen, ganz entspannt auf dem Fluss. Auch im Winter haben die Städte ihren besonderen Reiz, insbesondere waren es auf unserer Tour Antwerpen und Amsterdam. Arnheim, das ist zu dieser Jahreszeit ganz nett, um eine Reise ausklingen zu lassen; man ist nicht mehr auf der Suche nach Entdeckungen, davon gibt es auch nicht all zu viel – man schlendert vielmehr noch so ein wenig herum, verbringt die Zeit.

Am Abend ist noch großes Abschiedsessen auf dem Schiff, und in der Nacht geht es zurück zum Ausgangspunkt unserer Fahrt, nach Köln.

Tipps für alle, die sich weiter informieren wollen:
Phoenixreisen und die MS Andrea
– ein Bericht über die MS Andrea
– Informationen über Arnheim

– ein früherer Bericht mit Informationen über Arnheim auf http://www.traumreisezeiten.de
– handgemachte Pralinen in der Chocolaterie Mousset
– die Eusebiuskirche

(#Niederlande, #Arnheim, #Flusskreuzfahrt, #Markt)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s